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Im Vergleich zu anderen Druckverfahren fehlt für den Siebdruck eine historisch belegte Schilderung zur Entstehungsgeschichte des Verfahrens. Oft wird die japanische Schablonentechnik aus dem 18. und 19. Jahrhundert als Ursprung des heutigen Siebdruckverfahrens dargestellt.
Bei der japanischen Schablonentechnik bestanden die Schablonen aus einem mit Pflanzenharzen beschichtetem, wasserfesten dicken Papier. Die einzelnen Elemente der verschiedenen Schablonen wurden beim Schneiden durch sogenannte „Verbindungsstege“ miteinander fixiert. Das Bedrucken des Textils, für Kimonos beispielsweise, erfolgte mit einer Bürste, mit welcher die Druckpaste auf das Textil gerieben wurde. Im 19. Jahrhundert gelangte diese Technik des Bedruckens nach Europa und den USA. Diese Technik stieß schnell auf großes Interesse. Etwa im gleichen Zeitraum wurde in Europa und den USA im Bereich der Beschriftung (z.B. Schilderherstellung) und teilweise im Textildruck mit einem Schablonengewebe aus Seide experimentiert. Generell wird gesagt, dass die technischen Innovationen für den heutigen Siebdruck nicht aus Asien, sondern von „Schildmalern“ aus den USA kamen.
Seidengaze (ein ganz fein geflochtenes Netz) wurde hauptsächlich in Europa hergestellt, vor allem in Frankreich, Deutschland und Italien. Die Seidengaze wurde weltweit exportiert und in Mühlen zum Sieben von Mehl eingesetzt.
In Deutschland wurde der Siebdruck etwa seit Mitte der 1920er Jahre zur Schilderherstellung und im Textildruck angewendet. 1930 war er für Werbedrucke sehr beliebt. Im Zweiten Weltkrieg wurden mit dem Siebdruck auch Rüstungsgüter beschriftet. Im gleichen Zeitraum etwa, verbreitete sich das Verfahren zunehmend in ganz Europa.
Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde das Siebdruckverfahren vor allem in den USA stark weiterentwickelt. Bedruckt wurden Schilder, Plakate, Textilien und vieles mehr. Mitte der 1940er Jahre wurden im Siebdruck anstelle der Seidengaze erstmals ein Nylongewebe eingesetzt, was die Druckqualität gewaltig verbesserte. Die Schablonen, Druckfarben und Maschinenbau wurden ebenfalls verbessert und weiterentwickelt, was dem Siebdruck in der Nachkriegszeit zum weltweiten Durchbruch verhalf. Das Siebdruckverfahren wird äußerst vielseitig eingesetzt. Heute wird zwischen drei Einsatzgebieten unterschieden: Der grafischen Siebdruck, der industriellen Siebdruck und der Textildruck. Hinzu kommen weitere wichtige Anwendungen, beispielsweise im Glas- und Keramikdruck.
Einige Druckbeispiele: - Grafischer Siebdruck: Plakate, Displays, Verkehrs- und Hinweisschilder, Werbeplanen, Werbegeschenke wie Feuerzeuge etc., Dekore auf CDs und DVDs, Kisten und Bierkästen, Rubbelfarben auf Lotterielosen
- Industrieller Siebdruck: Leiterplatten und elektronische Schaltkreise, Solarzellen, Tastaturfolien, Heckscheibenheizungen, Armaturenbretter,
- Textildruck: T-Shirts, Sporttaschen, Gardinenstoffe, Bettwäsche, Bekleidungstextilien, Teppiche, Fahnen und vieles andere.
Wie es zukünftig mit dem Siebdruckverfahren aussehen wird bleibt im Umfeld der schnell wachsenden grafischen Industrie etwas im Unbekannten. Die im Siebdruck erreichbare hohe Farbschichtdicke, die Beständigkeiten der Druckfarben und die hohe Flexibilität des Verfahrens sind auch in Zukunft wesentliche Vorteile des Siebdrucks, sowohl im grafischen als auch im industriellen Bereich. Ab 1. August 2011 tritt der Beruf des Siebdruckers/in außer Kraft. Sein Nachfolger ist der Ausbildungsberuf Medientechnologe/in Siebdruck.
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